Über die Qualität der lokalen Berichterstattung kann man manchmal streiten.
Bezüglich der "Lokal-Heroes"-Woche erübrigt sich das. Sehen Sie selbst... bis zur letzten Seite!
Auch der oberste Feuerwehrmusiker Deutschlands war hochzufrieden. Der Bundesstabführer Werner Ketzer war extra aus dem westfälischen Rietberg angereist. "Sehr gut gefällt mir auch das Zusammengehörigkeitsgefühl, mit dem hier in Sprockhövel der Musikzug und die aktive Feuerwehr auftreten", verriet er dem ebenfalls anwesenden Stadtwehrführer Christian Zittlau.
Man konnte hinhören, wohin man wollte: Viele, viele der knapp 800 Besucher des Abschlusskonzertes waren begeistert über die Darbietungen, die die exakt 46 Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Michael Ibing vortrugen. Wie immer bei den Konzerten des Musikzuges, war auch dieses Programm vielfältig zusammengestellt: "Einerseits wollen wir die Bandbreite dessen zeigen, was heute an Musikliteratur mit einem Blasorchester möglich ist - andererseits soll aber auch für jeden Musikgeschmack etwas dabei sein", so Michael Ibing bei seiner Begrüßung.
Und so standen einleitend klassische Werke wie die "L´Arlesienne-Suite" von Georges Bizet auf dem Programm, gefolgt von einer einmaligen Aufführung: Mit Ausnahmegenehmigung eines Mainzer Verlages durfte die "Melodia de Aranjuez" aufgeführt werden - und gleich durfte sich auch der Orchesternachwuchs vorstellen: Gefühlvoll intonierte die erst 12jährige Lena Zaubzer mit der Oboe das einleitende Thema.
Kraftvoll, im Wechsel zwischen getragenen, melodischen Stellen und solchen voller Dynamik und Rhythmus, war die folgende FIlmmusik aus "Fluch der Karibik", mit der der erste Teil des Konzertes beendet wurde.
Der zweite Teil war schwerpunktmäßig der Unterhaltungsmusik gewidmet. Er begann traditionell mit "Jubelklänge", Konzertmarsch von E. Uebel. Unterhaltungsmusik "von heute" waren ein großes Potpourri aus Udo-Jürgens-Melodien - meistgehörter deutschsprachiger Interpret überhaupt. Die Schlagwerker durften sich zum Schluß noch einmal so richtig produzieren: Vier an der Zahl, die im Gleichklang Schlagzeug-Set, Trommeln und Bongos, Percussions und Pauken bedienten, ließen im Samba-Rhythmus noch einmal alle Hemmungen fallen - und das Publikum reagierte mit Begeisterungsstürmen. Am Ende des offiziellen Programms gab es dann tatsächlich noch einen Feuerwehreinsatz: Eingeleitet mit Sirene und Blaulicht, wurde Michael Ibing auf der Trage aus dem Saal getragen: Er mußte Platz machen für Helmut Gießmann, den Komponisten des letzten Musikstückes: Sein "Notruf 112" stellte musikalisch den Feuerwehreinsatz vom Getrappel der herbeieilenden Wehrleute über die Signalhörner der Fahrzeuge bis zur Hektik an der Einsatzstelle nach.
Stehende Ovationen am Ende: Erst nach drei Zugaben wurden die Musikerinnen und Musiker nach fast drei Stunden Konzert von ihrem Publikum entlassen.
Mitte 2008 mit zunächst 7 Kindern gegründet, ist das Jugendensemble mittlerweile auf 15 Köpfe angewachsen. Speziell für die Vorbereitung des großen Konzertes am 10. April in der Glückaufhalle waren bereits die ersten 3 jungen Musikerinnen auch beim Probenwochenende dabei - und werden auch beim Konzert mitspielen.
Diesmal waren im Forum der Grundschule Börgersbruch noch einige Stühle frei, aber das war bei dem erneuten Schneefall wegen der Glätte wohl verständlich - einige Stammgäste hatten ihr Fernbleiben sogar telefonisch entschuldigt.
Besinnlich, fast schon feierlich war das Eröffnungsstück: Gespielt wurde der Choral "Dear Lord And Father Of Mankind", den die Musikerinnen und Musiker aus der Partnerstadt South Kirkby mitgebracht haben. Es folgte Klassik: 2009 jährt sich der Todestag von Joseph Haydn zum 200. Mal. An diesen großen Komponisten erinnerte das Orchester mit der Serenade aus dem Streichquartett Nr. 17 F-Dur. Meisterlich intoniert vom Orchester und mit einer wunderschön ausgeführten solistischen Melodieführung der Querflöte (Jan Markus Müsken).
Regelmäßige Besucher der Matinee-Konzerte, die auch das Konzert im Herbst besucht haben, erinnerten sich an den Spaß, als Musikzugführer Michael Ibing über chinesisches Essen sprach - zuvor hatte Helmut Gießmann, Ehrenmusikzugführer und mittlerweile Arrangeur vieler vom Orchester gespielter Konzerttitel, von den Herausforderungen erzählt, mit denen er zum Arrangement vieler Titel animiert wird: "Da geht der Michael italienisch oder griechisch essen, und schwärmt dann anschließend von der schönen Musik im Hintergrund, und dann heißt es immer: Helmut, solche Musik könnten wir auch noch im Repertoire gebrauchen ..." Auch diesen Ball nahm er anscheinend gerne auf: Gespielt wurde die "Chinesische Straßenserenade" von Ludwig Siede, die er dann auch selbst dirigieren durfte: Währenddessen war Ibing dann an den Chinagong "strafversetzt".
Es folgte ein weiterer musikalischer Spaß: Ein neuer, ebenfalls von Gießmann zusammengestellter Titel war die "Sternstunden-Polka"; sie Bestand aus Titeln, die -passend zu Weihnachten- Sterne im Titel trugen. Ibing nahm das Thema gerne auf: "Es ist ja nicht so, als ob uns zum Thema Stern nicht auch etwas einfiele..." Er überreichte seinem Vorgänger als Dankeschön für die Arrangeurs-Tätigkeit einen guten Tropfen: "Und wie du siehst, stehen hier auch 5-Sterne auf der Flasche!" Einen Weihnachststern bekam der Bürgermeister Dr.Walterscheid überreicht als Dank für die Unterstützung, die dem Musikzug stets in allen Belangen von den Mitarbeitern der Stadt entgegengebracht wird.
Auch die jungen Musikerinnen und Musiker aus dem Nachwuchsensemble des Musikzuges durften nicht fehlen: Die weihnachtlichen Titel wurden von ihnen gemeinsam mit den "Großen" vorgetragen. Das zusammen 38-köpfige Orchester brachte ein Konzert voller Überraschungen und Harmonie.
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